Kölner Südstadtpower

„Südstadtpower“ ruft Cornel Wachter quer über die Straße. Der Angesprochene winkt ihm freundlich zu. Offenbar kennen sich die Beiden vom lokalen Fußballverein: Fans von Fortuna Köln feuern damit ihre Mannschaft an. Welche Power in dieser Südstadt, besser gesagt im Severinsviertel, den Kölnern besser bekannt als das Vringsveedel, steckt, werden wir aber gleich noch erfahren.

Treffpunkt zur Vringsveedelführung mit Spezialthema „Veedelspromis“ mit Cornel Wachter ist die Vringspooz, für alle Imis: die Severinstorburg.
„Wer kütt, dä kütt„, wird im Netz verkündigt und es sind einige Interessierte zur Führung an diesem milden Oktobersonntag gekommen.

Zunächst klärt Cornel Wachter auf, dass es bei seinen Geschichten keine Garantie auf unbedingte Wahrheit gibt. Wer also etwas besser weiß, kann das gerne sagen.

Musikalisch begleitet werden die Anekdoten von Josef Loup, der mit angenehm tiefer Stimme schönes Kölsch singt, begleitet von seiner Gitarre. Wer mitsingen möchte, kann mitsingen.

Als Wachter uns zu Beginn den Verlauf der ehemaligen Römerstraße zeigt (vom Chlodwigplatz geradeaus durch die Severinstorburg die Severinsstraße entlang, und auf die Sicht versperrenden U-Bahn-Aufzug in gleicher Flucht aufmerksam macht, macht es sich ein leicht auf Kölsch krakelender etwas runtergekommener alkoholisierter, aber körperlich sehr agiler Mann vor dem Aufzug gemütlich. Der Mann bringt den Vortrag über die ehemaligen Kult-Kneipen Chlodwigeck und Ringschänke (ehem. Stammkneipe der Bläck Fööss) etwas ins Stocken.

Der Musiker Loup stimmt passenderweise „Helfe kann dir keiner“ von BAP an und Einige im Kreise der Führung, die textsicher sind, stimmen mit ein.

„Jank dir eine drinke, Jung
Schwaad einer ahn
Do setzen doch jenooch erömm
Die och et ärme Dier hann

Helfe kann dir keiner
Se verzällen dir nur Seiwer
Vun “ waat ens aff
Et weed alles widder joot … „

Schön. Das passt. Der kölsche Krakeler lässt aber nicht locker und wir wechseln schließlich den Standort. Auf dem Weg zum nächsten Stopp appelliert Wachter an die Menschlichkeit bezüglich der Obdachlosenszene am Chlodwigplatz und erzählt, dass dort unter anderem russische ehemalige Kranhausbauarbeiter gestrandet sind.

„Dat bes du, ben ich, sind mir!“, das ist nicht nur der Slogan von Fortuna Köln und ein Zitat aus dem Fortuna-Lied „En D’r Südstadt Jeiht Et Leech aan“ von den Bläck Fööss, sondern drückt auch genau das aus, was der glühende Fortuna-Fan Wachter so auch lebt: Ein überaus großes Interesse an einem sozialen Miteinander: Alle halten zusammen, keiner bleibt auf der Strecke.

Bei seinem Engagement kommt Wachter sein über Jahrzehnte gewachsenes Promi-Netzwerk zugute. Diese sind, um nur Einige zu nennen, die Künstlerin Marina Abramovic, Journalistin Marietta Slomka, Zirkusdirektor Bernhard Paul, „Fooss“ Hartmut Priess und natürlich die ganze Südstadtprominenz.

Sei es für ein besonderes Hilfsprojekt in einem Erdbebengebiet, welches niemand mehr auf dem Schirm hat, für seine Marketing-Aktion zur Darmkrebsvorsorge, die aus eigener Betroffenheit entstanden ist, oder die Housing-First-Initiative, Wachter bringt die Menschen zusammen.

Wir stehen mittlerweile vor dem Vringstreff, dem Treffpunkt für hilfsbedürftige Menschen mit und ohne Wohnung und wir bekommen eine Ahnung, was hier mit verschiedenen Initiativen und Aktionen alles für die Menschen, zum Beispiel für wohnungslose Menschen, geleistet wird.

Wir erfahren noch eine Menge über die einzelnen Hilfsprojekte und Prominentenbegegnungen mit Nina Hagen, Konstantin Wecker und anderen, singen noch ein paar kölsche Lieder, dann geht diese schöne Führung zu Ende.

Wir haben uns nur einige Meter zu Fuß durchs Veedel bewegt, sind aber ganz schön bewegt von dieser kölschen Südstadtpower!

Mehr Infos:

https://de.wikipedia.org/wiki/Cornel_Wachter

https://www.deutscher-engagementpreis.de/engagiertenfinder/engagiertendetails/einzelperson

https://www.facebook.com/profile.php?id=1188782674

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