Winzerglück am Dortmunder Rüpingsbach

Einheimische wissen: Das Ruhrgebiet ist grün. Und es wird immer grüner. Seit einigen Jahren ist Dortmund sogar unter die „Winzer gegangen“. Hier gibt es zwei Weinberge: am Phönixsee, auf dem ehemaligen Hoesch-Gelände in Dortmund-Hörde, und seit eineinhalb Jahren auch  in Dortmund-Barop. Letztere ist mit über 300 Reben größer als der Weinberg am Phönixsee und er ist ein Mitmach-Weinberg. Das heißt: Jeder kann mitmachen. Das ist einzigartig in Deutschland. Die Rebensorte: Es die rote Traube „Cabaret Noir“. Sie passt zum Ruhrgebiet – sie ist widerstandsfähig und genügsam.
Vom Rebschnitt bis zu der Traubenernte erhalten Interessierte spannende Einblicke in den Weinanbau. Einmal im Monat treffen sich die „Hobby-Winzer“  im UmweltKulturPark an der Ostenbergstraße in Dortmund. Hier steht ihnen eine erfahrene Winzerin  Tina Krachten zur Seite. Der Mitmach-Weinberg ist eine Kooperation der Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) mit der Knappschaft und der Stadt Dortmund.

Expertise im UmweltKulturPark

Der UmweltKulturPark ist ca. 12 ha groß und liegt im Tal des Rahmkebachs. Einst war hier Ackerfläche, die aufgrund der Universitätsbebauung als Ausgleichsfläche ausgewiesen wurde. Jetzt steht hier der Weinberg. Die Mitmach-Treffen decken das gesamte Weinbau-Jahr ab. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich und ein Einstieg ist jederzeit möglich. Bei den Treffen gibt es praktische Tipps rund um den Weinbau. Bevor es an die praktische Arbeit geht, erhalten Interessierte von der Winzerin Tina Krachten eine ausführliche Einweisung und viele nützliche Tipps rund um das Thema Weinanbau. Wegen des Coronavirus mussten leider Seminare, die das  Thema „Mitmach-Weinberg“ behandeln, verschoben werden. Sie finden im Herbst oder im nächsten Jahr statt. Wer mehr wissen möchte, kann sich an die Projektleiterin Sonja Held  (0201-1042512; heldt.sonja@eglv.de) oder an die Winzerin Tina Krachten (0175/5434669; tina.krachten@gmx.de) wenden.

Überzeugte Mitstreiter

Ein Projekt funktioniert nicht ohne überzeugte Mitstreiter. Der Verein „Förderverein Permakultur Dortmund e.V.“ , der mit der Stadt Dortmund eng zusammenarbeitet, bringt sich sehr in das Projekt ein. Es geht dabei nicht darum, einen Vorzeige-Garten zu erschaffen, sondern die Artenvielfalt in der Region zu erhalten. Vielleicht auch zum Unmut einiger Anwohner. Denn die Gärten des Vereins sind nicht adrett und „vorzeigbar“, sondern „naturnatur“ bzw. naturbelassen. Der Verein bietet Veranstaltungen und Führungen durch die Gärten an.

Ausbau zum Gesundheitsgarten

Schon jetzt stehen auf dem Areal des Parks neben dem Weinberg Obstbäume und Wildblumenwiesen. Das Areal soll zum Gesundheitsgarten ausgebaut werden. Es soll eine gemauerte Kräuterspirale und einen naturnahen Teich erhalten. Die Arbeiten werden von einer Firma durchgeführt. Der Ausbau des Areals  soll 2021 abgeschlossen sein. Auch hier ist Mitmachen eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Gesundheitsgartens. Durch die Mitarbeit der Freiwilligen soll sich der Garten stetig weiterentwickeln.

Wie der Weinberg nach Dortmund kam

Die „Emscher“ darf wieder ein Fluss sein! Seit fast 30 Jahren arbeitet die Emscher Genossenschaft stetig daran, die „Emscher“ wieder der Natur zurückzugeben. Der Fluss und seine vielen Nebenarme war lange Zeit Europas dreckigster Fluss. Der Geruch dieser „Brühe“ prägte sehr lange das Bild des Ruhrgebiets. Hier wurde das Abwasser der Ruhrgebietler abgeleitet: von einem natürlich fließenden Gewässer zu einem vom Menschen geformten System offener Abwasserkanäle. Hier schwammen Kotklumpen und Chemikalien; der Gestank war unerträglich. Von der einstigen „Köttelbecke“ ist nicht mehr viel geblieben. Mit dem Rückgang des Bergbaus und der traditionellen Schwerindustrie setzte sich der Strukturwandel fort; der Emscher-Umbau erhielt seine Chance, wieder sauber zu werden. 2006 wurde der Masterplan „Emscher Zukunft“ veröffentlicht.
Im gesamten Ruhrgebiet umfassen die Emscher und ihre zahlreichen Nebenflüsse eine Strecke von 326 Kilometern. Etwa die Hälfte davon ist mittlerweile renaturiert. Der Fluss darf sich wieder breit machen. Es wurde ihm an vielen Stellen sein Betonkorsett entfernt. Das Abwasser wird jetzt an diesen Stellen über unterirdische Kanäle in die Kläranlagen geführt.
Auch die Dortmunder Bäche rund um Dortmund- Barop wurden renaturiert. Für den Bau der Dortmunder Universität Ausgleichsflächen schaffte das Land NRW Ausgleichflächen. Ein gigantisches Projekt, das auch international große Beachtung fand. Die Natur hat die Emscher zurück: Mittlerweile leben hier auch wieder Eisvögel.   

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